Moritzenbruderschaft

 

Im Jahr 1994 beschloss eine Männergruppe der Pfarrei, ihrer bis dato lockeren Gruppierung neue, festere Struktur zu geben. Man wählte dafür die altehrwürdige Form der Bruderschaft und stellte sie unter den Schutz des Dornacher Kirchenpatrons St. Mauritius, von den Einheimischen seit jeher liebevoll Moritz genannt.
Anstoss zur Gründung war nicht zuletzt die Tatsache, dass es für erwachsene Männer in den heutigen Pfarreien, ganz im Gegensatz zu Frauen und Jugendlichen, kein Gefäss mehr gibt, wo sie Gemeinschaft leben und erleben können und sich mit ihren Fähigkeiten zum Wohl der Pfarrei einbringen können.
Als eine der Hauptaufgaben hat sich die Bruderschaft in ihren Statuten die Pflege von altem und noch sinnvollem kirchlichem Brauchtum zum Ziele gesetzt. Indirekter Anstoss für dieses Engagement war die damals einige Jahre zurückliegende Abänderung der Gemeindeordnung; bei dieser Gelegenheit war auf Druck des örtlichen Gewerbes beschlossen worden, das Patrozinium, einziger Ortsfeiertag und Festtag des Hl. Mauritius (22. September), inskünftig punkto Ladenöffnungszeiten wie einen Werktag zu behandeln; dass die Schulen und die Gemeindeverwaltung an diesem Tag weiterhin geschlossen bleiben sollten, konnte nicht über die Demontage des ehemals höchsten lokalen Feiertages hinwegtäuschen. –
Vorbild für Organisation und Statuten war die Jahrhunderte alte <Bruderschaft Sanctae Margarithae> aus der Vorstadt in Solothurn, die dann auch die Patenschaft für den neuen Dornacher Spross übernahm.
Auch wenn den Bruderschaftsanliegen durchaus ernsthaft nachgelebt wird, nehmen die Mitglieder sich und die Bruderschaftsstrukturen nicht zu wichtig. Dies kommt schon in den Statuten zum Ausdruck, werden doch die Funktionen des Vorstandes (Concilium genannt) in druckreifem Küchenlatein umschrieben (z.B. Ministar primus heisst der Präsident, Cancellar der Aktuar, Parsimoniar der Säckelmeister). Latein drängte sich zur Bezeichnung deshalb auf, weil Mauritius ja Offizier in der römischen Armee war und trotz seiner ägyptischen Abstammung (küchen-)lateinisch gesprochen haben wird. – Die Mitgliedschaft ist allen Männern offen, die sich mit der Mauritius-Pfarrei Dornach verbunden fühlen, unbesehen ihres Wohnortes oder ihrer Konfession.
Das Bruderschaftsjahr kennt zwei Anlässe, die für jedes Mitglied ein <must> sind:
Der <Schnitz und Späck> ist als Generalversammlung der Hauptevent im Bruderschaftsjahr. Er findet jeweils, unabhängig vom Wochentag, am Patrozinium, dem 22. September, statt. Die Gestaltung des Anlasses sieht - nach unterschiedlichen Erfahrungen der letzten Jahre – seit 2007 so aus: Vor dem Festgottesdienst um 17.00 Uhr, der selbstredend offen ist für alle Pfarreiangehörigen – begibt man sich auf den Friedhof zu einem kurzen Gedenken an die verstorbenen Mitglieder. Nach dem Festgottesdienst können alle Pfarreiangehörigen und Mitbewohner am Fest teilnehmen; sie sind eingeladen zu einem Abendtrunk mit Bier und Bretzeln bei einem Bläserkonzert . Anschliessend treffen sich die Brüder, Novizen und Gäste zum gemeinsamen Mahl und der Jahresversammlung. Aufgetischt wird von den Brüdern natürlich „Schnitz und Späck“, ein altes Dornacher Herbst- und Wintergericht..
 
Ein zweiter Höhepunkt ist die Novizenfahrt, die jeweils am Freitag nach Christi Himmelfahrt stattfindet. Wer in die Bruderschaft aufgenommen werden möchte, hat ein Noviziat zu absolvieren, während dem er an den Anlässen der Bruderschaft möglichst teilzunehmen hat; als conditio sine qua non für die Aufnahme anlässlich des Schnitz und Späck gilt der Besuch einer auswärtigen Mauritiuskirche, den er mit einem Testat des örtlichen Pfarrers zu dokumentieren hat. Es hat sich eingebürgert, dass die Brüder die Novizen auf dieser Reise begleiten. Diese Tradition hat in den letzten über zehn Jahren in viele schöne Gegenden geführt und manche herzliche Begegnung geschenkt.

Dem ebenfalls in den Statuten verankerten Engagement im Sozialbereich lebt die Bruderschaft u.a. jeweils am Dornacher Weihnachtsmarkt nach, wenn sie behinderten und älteren Mitmenschen ermöglicht, an der adventlichen Stimmung rund um die alte Mauritiuskirche teilzunehmen. Seit 2001 ist die Moritzen-Bruderschaft auch federführend an einem Projekt beteiligt, das zusammen mit anderen Mauritiuspfarreien der Schweiz im oberägyptischen Beni Mazar, der Heimat des Ortsheiligen Mauritius, eine von Kopten geführte Klinik mit medizinischen Geräten ausrüstet.


 

JAHRESPROGRAMM 2017
 
            Montag, 2.Januar, 11.30 Uhr, Neujahrsempfang

            Samstag, 8. April, 08.30 Uhr, Palmenbinden

Montag, 22. Mai, 05.30 Uhr, Bittgang Quidum

Donnerstag, 25. Mai, 10.00 Uhr Auffahrt, Prozession, Grillade

            Dienstag, 30. Mai 19.30 Uhr, Maiandacht Muttergottes-Eiche (mit Cäcilienchor)

            Samstag, 2. September 06.00 Uhr,  Dekanatswallfahrt nach Mariastein, Wanderung nach Ansage
 
            Freitag, 22. September,   Patrozinium / 24. Schnitz und Späck

            Mittwoch, 29. November, 19.30 Uhr, Rorate-Probe
 
            Donnerstag 30. November, 05.30 Uhr, Einsingen / Rorate / anschl. Frühstück
 

            Samstag, 3. Dezember, ab 10.00 Uhr, Weihnachtsmarkt mit Senioren-Begleitung inkl. Raclette

 

Wöchentlicher Sozialeinsatz im Alters- und Pflegeheim Wollmatt nach persönlichem Aufgebot

 

Am 1. Mittwoch des Monats ist um 10.00 Uhr Stamm im Café-Rest. Dorneck, APH Wollmatt, Dornach

 

  

  

Kontaktadressen Concilium
 
Ministar Primus: Joe Dietlin, Schlossweg 63d, 4143 Dornach, Tel. 061 702 07 37
Secundum/Cancellar: Toni Meier, Gempenring 43, 4143 Dornach, Tel. 061 701 74 35
Mosar: Ernst Eggenschwiler, Bruggweg 108, 4143 Dornach, Tel. 061 701 19 81
Ceremoniar: Hans Limacher, Gwändweg 6, 4143 Dornach, Tel. 061 701 11 24
Manducar: Toni Immeli, Ramstelweg 16, 4143 Dornach, Tel. 061 701 34 32
Parsiomoniar: Klaus Boder, Rebenweg 8, 4143 Dornach, 061 701 75 71