Chronik

Geschichte der Pfarrei St. Mauritius (In Stichworten)

1301

Wird die Pfarrei erstmals urkundlich erwähnt.

1499

Durch die Schlacht am Südhang des Gempenberges wird Dornach weitherum bekannt. Berühmte Feldherren finden in der damaligen Pfarrkirche ihre letzte Ruhestätte.

1502

Die Grafen Heinrich II. und Oswald II. von Thierstein verkauften den Kirchensatz an Schultheiss, Räte und Burger der Stadt Solothurn.

1512

Einweihung der St. Magdalenenkapelle in Dornachbrugg.

1672

Gründung des Kapuzinerklosters in Dornachbrugg.

1759

Der grosse Physiker und Mathematiker Pierre Louis Moreau de Maupertuis stirbt und wird in der Pfarrkirche beigesetzt.

1784

Neuer Kirchenbau am alten Standort

1828

Amtsantritt von Pfr. Urs Joseph Probst. Für soziale und Pflegeaufgaben gewinnt er die Mitarbeit der Barmherzigen Schwestern von Ingenbohl.

1929

Ingenbohler Schwestern übernehmen die Führung eines Kindergartens.

1938

Grundsteinlegung für die neue Pfarrkirche am Bruggweg.

1939

Kirchweihe durch Bischof Franziskus von Streng am 3. September, am Tag des Ausbruchs des 2. Weltkrieges. Architekten: Herrmann Baur, Basel und Vinzenz Bühlmann, Dornach.
Die alte Kirche im Dorfkern wird zum Heimatmuseum für das Schwarzbubenland.

1962

Eröffnung des neuen Kindergartens am Gempenring.

1972

Wird die Pfarrkirche den neuen liturgischen Bedürfnissen angepasst.
Einbau von Versammlungs- und Freizeiträumlichkeiten in der "Unterkirche".

1989

Das Kapuzinerkloster im "Brüggli" wird aufgehoben.

1994

Gründung des Seelsorgeverbandes Dornach-Gempen-Hochwald.
Gründung der Moritzenbruderschaft.

1997

Verkauf des Kindergartens an die Einwohnergemeinde.

1998/99

Aussenrenovation der Kirche.

2001

Jubiläumsjahr und -Feier zum 700-jährigen Bestehen der Pfarrei.

 

 

 

 

Die neue Kirche

Die kath. Kirche am Bruggweg in Oberdornach ist die älteste "moderne" Kirche im Kanton Solothurn. Gebaut nach den Plänen von Hermann Baur (1894 - 1980) wurde sie am Tag der Mobilmachung, am 3. Sept. 1939, von Franziskus von Streng geweiht.   
Die Kirche und die Umgebung erhielten ihre jetzige Gestalt mit der Neugestaltung des Altarraumes 1972, mit dem freistehenden grossen Kreuz und seinem Schattenwurf auf die Altarwand, den farbigen Fenstern von Konrad Hofer und den beiden Säulenreliefs hinten in der Kirche im Jahr 1989 und mit der gelungenen Aussenrenovation 1999/2000. Dazu eine köstliche Anekdote:

1965 lud die damalige Jungmannschaft Hermann Baur ein zu einem Vortrag über die Entstehung der neuen Kirche. Mit einem riesigen Chevrolet kurvte der Architekt vom Bruggweg her Richtung "Unterkirche" und blieb mit seinem Auto nach einem eigenartigenGeräusch unvermittelt auf der jetzigen Treppe zum Pfarreiheim  stecken. Auch die kräftigen "Jungmannschäftler" hatten einige Mühe, den "Chevi" wieder flott zu bekommen. Der lakonische Kommentar des 75-jährigen Architekten: "Hier hatte ich nie eine Treppe projektiert".
Überliefert von Toni Immeli am 30. April 2001 im Pfarrhaus. 

Der Heilige Mauritius, Pfarrei- und Kirchenpatron

Mauritius stammt aus Theben in Aegypten. Er war Offizier im römischen Heer des Kaisers Maximian (286-305) und gehörte der sog. thebäischen Legion an. Die Soldaten dieser Legion waren koptische Christen. Mauritius war ihr Anführer. - Die Kopten sind Söhne und Töchter der Pharaonen, der Erbauer von Pyrymiden und Obelisken. Es ist eher unwahrscheinlich, dass Mauritius das Wort gekannt hat, das Petrus und die Apostel vor dem Hohen Rat in Jerusalem ausgesprochen haben: "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen". Danach gehandelt hat er, zusammen mit seinen Dienstkameraden, bis in den Tod. Dem Befehl des Kaisers, unschuldige Christen zum Abschlachten zusammenzutreiben, haben sie sich widersetzt, fielen aber der Wut des Kaisers buchstäblich zum Opfer. Der Kaiser liess jeden Zehnten von ihnen umbringen, um sie zum Gehorsam zu zwingen. Als dies nichts nützte, liess er den Vorgang so lange wiederholen, bis alle Soldaten getötet waren. Dass der Hl. Mauritius Patron unserer Kirche und Pfarrei ist, deutet darauf hin, dass in Dornach schon im Mittelalter (7./ 8. Jh.) eine Mauritiuskirche existierte.